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Künstliche Bandscheiben eine
Alternative für bisherige Operationsverfahren ?
Durch die Häufigkeit von Bandscheibenleiden an der
Spitze der Invaliditätspensionen und typische Zivilisationserkrankung
unserer Zeit sind nicht-operative Verfahren oft nicht mehr
ausreichend. Dabei sind nicht nur ältere Patienten, sondern
statistisch gesehen alle Alters- und Berufsgruppen betroffen. Es
gibt praktisch niemand, der nicht manchmal auch Rücken- oder
Kreuzschmerzen hart. Nach einer gewissen Zeit ergebnisloser konservative
Behandlung ist ein operatives Verfahren einziger Ausweg. Auch wenn
diese Operation einen guten Erfolg hat, weiß man doch, dass
in etwa einem fünftel aller Fälle innerhalb der folgenden
10 Jahre wieder ein Bandscheibenproblem entsteht und nochmals eine
Operation nötig wird. Vor allem jüngere, aktive Personen
sind davon betroffen. Mit jedem weiteren operativen Eingriff verschlechtert
sich aber die Erfolgsaussicht durch Vernarbungen, Instabilitäten
und andere Nebenerscheinungen.
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Üblicherweise werden Bandscheiben durch
Entfernung von Vorfällen und Vorwölbungen entlastet,
das heißt der Bandscheibenkern (Nucleus pulposus)
entfernt. Das bedeutet, dass nur noch der Faserring überbleibt
und die natürliche Stoßdämpferfunktion des Bewegungssegmentes
verloren geht. Oft wird der Bandscheibenraum sehr schmal, manchmal
auch in Verbindung mit einer Instabilität. Daraus resultieren
hartnäckige Rückenschmerzen manchmal auch ohne Ausstrahlung
in die Beine, die in Ruhe, aber auch bei Bewegung auftreten
können. Die angrenzenden Wirbelkörper reagieren mit
Knochenveränderungen, die in Spezialuntersuchungen wie
Magnetresonanztomographie erkennbar sind. In seltenen Fällen
kommt es auch zu einer Entzündung des Bandscheibengewebes
(Spondylodiszitis).
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Bisher mussten solche Bewegungssegmente (= zwei Wirbelkörper
mit der dazwischen liegenden Bandscheibe) verblockt werden. Dazu gibt
es Operationsverfahren vom Rücken her, aber auch vom Bauchraum
aus und in Kombination beider Methoden, je nach Notwendigkeit. Der
Nachteil dieser Verblockungen ist, dass mit der Zeit auch die darüber
und darunter liegenden Segmente überlastet und damit beschädigt
werden, dies besonders bei jüngeren, aktiven Menschen. Daher
hat man in letzter Zeit auch sogenannte dynamische oder
semirigide Fixationsmethoden entwickelt, die diese Nachteile
nicht haben sollen. Allerdings stehen Langzeitergebnisse noch aus,
wenn auch eine gewisse Verbesserung sicher anzunehmen ist.
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Seit vielen Jahren versucht man daher auch, Schäden
nur an einer oder zwei Bandscheiben bei sonst intakter Wirbelsäule
frühzeitig mit einem Bandscheibenersatz zu
behandeln, dessen Verhalten einer natürlichen Bandscheibe
ähnelt. Nach vielen erfolglosen Experimenten hat sich seit
über 10 Jahren klinischer Erprobung ein Konzept entwickeln
lassen, das aus zwei Metallplatten mit einem dazwischen liegenden,
beweglichem Kunststoffkern besteht. Ein zweiter Weg mit einem
reinen hydrophilem Stoff (ähnlich der Soft-Kontaktlinsen)
ohne Metall-plättchen verspricht in gewissen Fällen
ebenfalls Erfolg, hat sich aber noch nicht in größerem
Stil durchsetzen können. Nachdem die verwendeten Materialien
auch sonst im Einsatz sind (Hüft- und Knieendoprothesen,
Metallfixationen bei Unfällen), besteht bei den neuen Bandscheibenimplantaten
keine Gefahr einer ungewollten Körpergegenreaktion.
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Wer kommt überhaupt für eine Bandscheibenprothese
in Frage? Es sind Patienten im mittleren Lebensalter mit einer oder
zwei stark beschädigten Bandscheiben, die sonst noch keine wesentlichen
Abnützungserscheinungen an der Wirbelsäule haben. Es darf
auch keine Entzündung oder Knochenschwund (Osteoporose) vorliegen.
Eine bereits früher durchgeführte Bandscheibenoperation
am betroffenen Bewegungssegment ist kein Hindernis. Ein entsprechend
langer konservativer Therapieversuch ist Voraussetzung. Durch das
Ersetzen der verschlissenen Bandscheibe durch die Zwischenwirbel-Endoprothese
wird die Segmenthöhe und Stabilität wieder hergestellt.
Die normale Beweglichkeit des Segmentes kann wieder erlangt werden,
die Schmerzen klingen sofort ab. Die Praxistauglichkeit dieses Konzeptes
konnte in letzter Zeit durch zahlreiche Studien und Verlaufskontrollen
operierter Patienten belegt werden, sodass einer Anwendung bei geeigneten
Patienten nichts im Wege steht. Über die Haltbarkeit der Implantate
gibt es noch keine sicheren Angaben. Da die Werkstoffe aber die gleichen
sind wie die der Hüft- und Knieendoprothese, kann man davon ausgehen,
dass Werkstoffprobleme sicher nicht die Haltbarkeit negativ beeinflussen.
Wichtig ist hier eher die korrekte Implantation, die richtige Indikation
des Eingriffes, die Kooperation des Patienten bei der Nachbehandlung
und eine etwa 3-monatige Schonungsphase bis zur Steigerung der Belastung
zur Normalität. Nach Einwachsen der Metallplättchen kann
aber der Patient seine bisherige Tätigkeit und sportliche Betätigung
wieder aufnehmen. Außer extremer sportlicher und axialer Belastung
gibt es keine Einschränkung mehr. Sollte es mit den Jahren doch
zu Problemen kommen, kann man vom Rücken her das Bewegungssegment
noch zusätzlich stabilisieren, meist ohne das Implantat entfernen
zu müssen.
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Die Operation selbst erfolgt vom Bauchraum her
durch einen etwa 8 cm langen Schnitt. Nach Beiseiteschieben
des Bauchinhaltes kann die betroffene Bandscheibe dargestellt
werden. Nun wird die verschlissene Bandscheibe entfernt und
die zwei Metall-Deckplatten unter starkem Druck in die Wirbel
eingebracht. Anschließend wird das Bewegungssegment aufgespreizt
und de Plastik-Bandscheibenkern eingesetzt. Dar Patient kann
bereits am Abend des Operationstages erstmals aufstehen. Die
quälenden Rückenschmerzen sind meist dort schon deutlich
abgeklungen. Nach etwa 10 Tagen kann der Patient das Spital
mit einer leichten Bauchbinde verlassen. Er benötigt aber
etwa 3 Monate Schonung und macht in dieser Zeit nur ein kleines
stabilisierendes Muskel-Aufbauprogramm durch. Ab diesem Zeitpunkt
ist bei ordnungsgemäßer Röntgenkontrolle
der sportliche Aufbau wieder möglich. Die Arbeitsfähigkeit
hängt von der beruflichen Tätigkeit ab und ist meist
nach zwei bis drei Monaten gegeben.
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In jedem speziellen Fall wird jedoch eine genaue Abklärung
mit Röntgenbildern, CT und MRT-Befunden, neurologischer und
klinischer Untersuchung zur Entscheidung, ob eine Zwischenwirbelkörper-Endoprothese
eingesetzt werden kann stattfinden. Dort wird der Patient
auch eingehend über Risken, Komplikationsmöglichkeiten,
Aussichten und Nachbehandlung informiert. Bei guter Planung und
normalem Behandlungsverlauf kann der schmerzgeplagte Patient durch
dieses neue Behandlungsverfahren mit einer weitgehenden Besserung
seiner Beschwerden ohne größere Nachteile für die
Zukunft rechnen !
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Informationen finden Sie hier !
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