DIAM-Spacer zur Behandlung von Engstellen der Lendenwirbelsäule (Device for Intervertebral Assisted Motion)

Eine Reihe von älteren Patienten leiden an Engstellen der Lendenwirbelsäule und können aus verschiedenen Gründen keinen größeren Eingriff erleiden. Im Vordergrund steht oft die Unmöglichkeit weiter zu Gehen oder ständige Kreuzschmerzen. Speziell bei diesen kommt der Einsatz von möglichst einfach einzusetzenden Interspinal-Spacern in Frage. Bereits vor Jahrzehnten wurde diese Methode - allerdings zur Distraktion und Fusion - mittels der Implantation eines entsprechend zugerichteten Knochenspans angewandt.
Damals wurde eine Stenose-Symptomatik häufig mit der Bezeichnung Baastrup-Syndrom abgetan und mangels MRT-oder CT Diagnostik das Beschwerdebild nicht vollständig geklärt.


Bereits vor einigen Jahren wurde ein speziell geformtes Silicon-Implantat entwickelt, das mit einem Poläthylennetz überzogen wurde. Es wird mit zwei geflochtenen Bändern zwischen den Dornfortsätzen sicher fixiert und kann minimal-invasiv implantiert werden. Das Produkt wurde bereits in Frankreich und Italien bereits etwa 9000 mal implantiert und ist seit Spätherbst 2003 in Österreich bei Medtronic verfügbar. Im Gegensatz zu Metall-Implantaten wie X-Stop oder beim U-förmig gebogenen Fixano-Spreizer ist die Oberfläche etwas weicher und somit die Gefahr einer Knochenschädigung geringer. Diese Implantate werden ja häufig bei älteren Patienten eingesetzt, bei denen schon eine gewisse Osteoporose besteht..

Interspinale Spacer dienen nicht nur zur Behebung von Engstellen des Spinalkanals und der Nervenaustrittsöffnungen, sondern können auch präventiv nach Bandscheiben-Operationen zur Verhinderung des Zusammensinterns des Bandscheibenraumes eingesetzt werden. Die Aufgabe ist auch eine gewisse Absorption von Stoßbelastungen auf das Bewegungssegment, also eine Art dynamische Funktion, die vor allem bei einem weicheren Implantat zum Tragen kommt. Nicht unwesentlich werden auch die Facettgelenke entlastet.

Die Implantation eines DIAM-Spacers erfolgt mit einem ausgreiften Instrumentarium, das aus nur wenigen Teilen besteht. Nach Präparation des Zwischenraumes zwischen zwei Dornfortsätzen und vollständiger Entfernung der Weichteile wird eine Spreizzange eingesetzt und aufgespreizt. Der Abstand wird gemessen und der passende Spacer in eine Haltezange so eingesetzt, dass er einseitig zusammengedrückt leicht eingeschoben werden kann. Nach dem Entfalten wird er nach zentral geschoben und mit einem durch den angrenzenden Spinalraum durchgezogenen Bändchen beidseitig fixiert. Es ist auch die Implantation in mehreren angrenzenden Segmenten möglich.

Mit diesem neuen Produkt können durch ein verhältnismäßig einfaches Verfahren Engstellen behandelt und Stressauswirkung auf die Bandscheibe und Facettgelenke vermieden werden. Nachdem sich das Implantat nicht in der Nähe der empfindlichen Nerven befindet, ist die Gefahr einer Nervenirritation ausgeschlossen. Auch die Operationszeit ist wesentlich geringer und die Rehabilitation schneller.

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